Im Oktober 2014 veröffentlichte Ubisoft mit Assassin’s Creed: Liberation den ersten Teil der Serie für die PS Vita und auch den ersten Teil in dem eine Frau die Hauptrolle spielt. Zwei Jahre später bringt der französische Publisher bereits ein HD Remake des Spiels auf den Markt, welches für PS3, Xbox 360 und PC erhältlich ist und somit auch allen nicht PS Vita-Besitzern die Möglichkeit bietet, in die Rolle von Avelin de Grandpré zu schlüpfen. Ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserer Review.

Die Geschichte spielt im Louisiana des 18. Jahrhunderts und dreht sich um Avelin de Grandpré. Die Tochter eines Franzosen und einer Afrikanerin lebt ein scheinbar ruhiges Leben in der gehobenen Gesellschaft, nachdem sie bereits früh ihre Mutter verlor. Doch insgeheim kämpft sie nicht nur gegen die Sklaverei, sondern auch als Assassinin für den Schutz ihrer Heimat.
Leider weist die Geschichte ein paar Schwächen auf. So erfährt man beispielsweise nicht, wie Avelin zu den Assassinen gekommen ist und wie sich ihr Kampf gegen die Sklaverei auswirkt.

Eine interessante Neuerung in der Serie ist der Einsatz verschiedener Kostüme. So kann sich Aveline an bestimmten Orten als Assassinin, Sklavin oder Dame kleiden und deren unterschiedliche Eigenschaften im Spiel einsetzen. So interessant der Ansatz jedoch auch sein mag, so unfertig ist er letztendlich ausgeführt. So kann man als sich als Sklavin verkleidet unter Sklavenvolk mischen oder durch das Tragen von Gegenständen an bestimmten Wachen vorbeischleichen, doch hat man im Kampf beinahe dieselben Fähigkeiten wie als Assassinin.

Als Dame wiederum verliert man die Fähigkeit zu klettern (außer auf Leitern) und hat auch nur rudimentäre Kampffähigkeiten. Dafür kann man Männer betören und sie so hörig machen. Vor allem letzteres nimmt der Serie viel, da man dadurch sehr wenige Handlungsmöglichkeiten hat und gerade die Stärke, nämlich das freie Klettern und Erkunden aus luftiger Höhe, fehlt. Darüber hinaus wird man auch noch von so manchem Straßenvolk belästigt.

Die Kostüme können in der Regel frei gewählt werden, doch verlangen manche Missionen von euch als eine bestimmte Persönlichkeit aufzutreten und als diese die Mission zu absolvieren. Außerdem gibt es auch rollenspezifische Nebenmissionen, die nur mit der jeweiligen Persönlichkeit absolviert werden können. Jede Persönlichkeit hat außerdem ihren eigenen Bekanntheitsstatus, der gewohntermaßen das Verhalten von Wachen beeinflusst. Gesenkt wird der Status für jede Persönlichkeit auf eine andere Weise. Während man für die Assassinin einen korrupten Magistrat bestechen muss, gilt es für die Sklavin Steckbriefe zu vernichten und für die Dame müssen Zeugen getötet werden.

Wie bereits in den vorherigen Teilen eingeführt, gibt es auch in Assassin’s Creed: Liberation HD bestimmten Vorgaben um eine Mission vollständig zu synchronisieren. Im Gegenteil zu anderen Teilen der Serie sind diese in Liberation jedoch äußerst einfach zu erfüllen, da die Missionen meist geradlinig verlaufen und kaum Freiheiten bieten. Auch wiederholen sich die Missionsarten des Öfteren und so gilt es oftmals einen bestimmten Charakter zu verfolgen oder ein Scharmützel zu überleben.

Neben den Haupt- und Nebenmissionen finden sich auch die anderen serientypischen Elemente wie Aussichtstürme, Läden und verschiedenste Sammelgegenstände wieder. Letztere wirken teilweise jedoch erzwungen und scheinen ihre einzige Daseinsberechtigung in der Verlängerung der Spielzeit zu haben. Wer sein Konto ein wenig aufbessern möchte kann dies entweder durch klauen, das Öffnen von Kisten oder über das Handelssystem tun. Letzteres erlaubt es euch bis zu acht Schiffe zu besitzen, diese mit Waren zu beladen und zu verschiedenen Häfen zu schicken, um die zuvor gekauften Waren profitabel zu verkaufen.

Grafisch haben sich gegenüber der PS Vita-Version merkliche Verbesserungen eingestellt, die jedoch nicht durchgängig gegriffen haben. So sieht die Grafik im Allgemeinen schöner und klarer aus, doch hätten manche Texturen und Effekte zusätzliche Arbeitsstunden vertragen. Auch die Musik ist im Vergleich mit anderen Teilen der Serie schwächer ausgefallen und weiß das Geschehen nicht immer so gut zu untermalen, wie man es gewohnt ist.

Leider gibt es auch beim Gameplay ein paar Probleme, die teilweise für Frustmomente sorgen können. So klettert man im free-run-Modus oftmals ungewollt an Objekten hoch und fällt teilweise durch solide Umgebungsobjekte hindurch zu Boden. Auch die Bedienung der Kanus funktioniert nicht immer einwandfrei, wobei es hier oft bei der erstmaligen Interaktion, also dem hinsetzen im Kanu, zu Problemen kommt. Dabei dreht sich das Kanu teilweise so, dass es danach in oder zwischen anderen Objekten stecken bleibt, sodass man es letztendlich nicht benutzen kann.

Etwas störend ist es auch, dass nach jedem Öffnen einer Kiste der Bildschirm kurz schwarz wird. In der genannten Situation ist dies zwar noch akzeptabel, doch geschieht dies ab und an ohne ersichtlichen Grund auch während des Spiels.

Fazit

Assassin’s Creed: Liberation HD hatte ob der Geschichte und der interessanten Hauptfigur großes Potential, das jedoch  leider nicht ausgeschöpft wurde. Vor allem die technischen Probleme beim Erkunden und Klettern bremsen nicht nur den Spielfluss, sondern auch den Spielspaß. Während die Idee mit den verschiedenen Kostümen einen interessanten neuen Aspekt zum Spiel hinzufügt, ist das Konzept nicht ganz durchdacht. Fans der Serie werden auch mit diesem Teil ihre Freude haben, wobei Neueinsteiger besser zu einem Konsolenteil greifen sollten.

Pro

  • Verbesserte Grafik
  • Viele Nebenmissionen und Sammelgegenstände
  • Coole Hauptfigur
  • Kostümsystem…

Contra

  • …das jedoch nicht ganz durchdacht ist
  • Story weist Lücken auf
  • Technische Probleme beim Klettern
  • Wenig Abwechslung bei Missionen

6/10

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