Bereits seit 2007 kann man als Assassine in Ubisofts Serie Assassin’s Creed die Geschichte unsicher machen. Mit Assassin’s Creed IV: Black Flag veröffentlichte der französische Publisher den nunmehr sechsten Teil der Hauptserie und lässt uns diesmal in die Haut eines Piraten schlüpfen.

Anders als bisher schlüpft man außerhalb des Animus diesmal nicht in die Rolle eines bestimmten Charakters, sondern ist vielmehr ein Mitglied einer Gruppe, welche die Erinnerungen anderer erforscht. Dabei steht man im Dienst von Abstergo Entertainment, die eben diese Erinnerungen allen Menschen zugänglich machen will, um sie verschiedenste Abenteuer erleben zu lassen. Im Zuge dieser Erinnerungserforschung schlüpft man die Rolle von Edward Kenway, einem jungen Briten, der im Dienst der Royal Navy Kaperfahrten durchführt. Am Ende des Krieges zwischen den bedeutenden Königreichen verschreibt er sich der Piraterie und segelt fortan unter eigener Flagge, bis er sich im Krieg zwischen Assassinen und Templern wiederfindet.

Wie gehabt gibt es zu Beginn des Spieles ein kurzes Tutorial, in dem die grundlegende Steuerung erklärt wird. Bereits zu diesem Zeitpunkt kann man erstmals die schöne karibische Umgebung genießen, die zum Verweilen einlädt. Spieler vorangegangener Teile werden sich schnell heimisch fühlen, da sich am grundlegenden Gameplay nicht viel verändert hat. So klettert, läuft und springt Edward wie auch schon seine Vorgänger unermüdlich durch die Gegend.

Ebenfalls wieder mit an Bord sind die serientypischen Aussichtspunkte mit denen man sich synchronisieren kann, um die Umgebung auf der Karte aufzudecken. Und hier zeigt sich bereits die erste Performanceverbesserung gegenüber dem Vorgänger. Denn sobald man die Select-Taste gedrückt hat, ist die Karte auch schon geladen, während es im Vorgänger zu einer kurzen Wartezeit gekommen ist.

Auch das Waffenmenü wurde von Grund auf verändert. So muss man nun nicht mehr in ein eigenes Menü wechseln, um die aktuell angelegte Waffe zu ändern, sondern man kann direkt per Steuerkreuz auf sein gesamtes Inventar zugreifen und so in Echtzeit zwischen den Waffen umschalten. Während eines Kampfes muss man hier natürlich besondere Vorsicht walten lassen, da die Gegner während eines Waffenwechsels ungehindert angreifen können, was fatale Folgen haben kann.

Insgesamt wirken die Kämpfe fordernder und man benötigt ein besseres Timing für Konterangriffe, um nicht doch getroffen zu werden. Da die Gesundheitsanzeige zu Beginn des Spiels auch noch recht niedrig ist, kann man so schnell in Bedrängnis kommen. Zur Verteidigung stehen jedoch unterschiedliche Schwerter, Pistolen und Hilfsmittel wie Rauchbomben oder das Werfen von Geld zur Verfügung.

Erfreulicherweise werden in Assassin’s Creed IV: Black Flag bei der Flucht vor Gegner auch wieder die Verstecke auf der Minimap angezeigt, sodass man seine Flucht besser planen kann. Auch das Anheuern verschiedener Menschengruppen, darunter Tänzerinnen und Piraten, hat seinen Weg zurück ins Spiel gefunden und eröffnet neue Möglichkeiten die verschiedenen Missionen und Aufträge zu erfüllen.

Während maritime Missionen im Vorgänger noch eine untergeordnete Rolle spielten, stehen sie in Assassin’s Creed IV: Black Flag im Mittelpunkt. Bereits von Beginn an verfügt man über ein eigenes Schiff, welches man frei durch die karibische See steuern kann. Mit ihm kann man auf Entdeckungsreise gehen, in Seenot geratene Seemänner retten, umhertreibendes Frachtgut aufsammeln oder neue Inseln erforschen. Ein echter Pirat gibt sich damit jedoch nicht zufrieden und so kann man auch jederzeit gegen andere Schiffe kämpfen, diese entern und sich deren Hab und Gut zu eigen machen. Die dabei Erbeuteten Rohstoffe können wiederum zum Ausbau des Schiffes benutzt oder für bares Geld verkauft werden.

Assassins Creed 4: Black Flag Screenshots

Während die Steuerung des Schiffes lediglich um die Reisegeschwindigkeit erweitert wurde, wurde das Kampfsystem stark überarbeitet. So kann man bei den Kanonen nun die Distanz und Trefferzone am feindlichen Schiff einstellen, um möglichst viel Schaden anzurichten. Darüber hinaus ist es auch möglich Feuerfässer hinter dem Schiff auszulegen, um damit Verfolgern zu schaden. Außerdem kann das Schiff im Laufe des Spiels mit weiteren Waffen und anderen Verbesserungen aufgerüstet werden.

Abseits der Hauptmissionen, welche die Geschichte vorantreiben, kann man sich verschiedenen Nebenbeschäftigungen hingeben. Neben unterschiedlichen Spielen können in der Umgebung auch noch Abstergo Fragmente, Shanty’s und Schatzkarten gefunden werden. Letztere kennzeichnen eine bestimmte Stelle, an der ein Schatz vergraben ist, der nur auf seine Entdeckung wartet. Darüber hinaus kann man auch Attentatsaufträge für die Assassinen erledigen oder sich als Jäger versuchen.

Die dabei gesammelten Resourcen wie Knochen oder Felle können daraufhin zur Herstellung von Zusatzausrüstung verwendet werden, wodurch man nicht nur seine Gesundheit, sondern auch Beutel und Halfter verbessern kann. Das Jagen beschränkt sich hierbei jedoch nicht nur auf das Land. Auch im Meer warten verschiedene Tier, darunter beispielsweise Haie, darauf von euch gejagt zu werden. Diese Jagdszenen wirken besonders bedrohlich, da man sich mit Harpunen bewaffnet in das Beiboot begibt und sich Auge in Auge mit den Meerestieren befindet.

Neben der Verbesserung von Edward und seinem Schiff, der Jakdaw, nennt man nach etwas Spielzeit auch eine Insel sein Eigen, die man mit dem nötigen Kleingeld ausbauen und verbessern kann. Wer während des Spielens mit dem Internet verbunden ist wird von regelmäßigen Community Herausforderungen unterrichtet und hat auch die Möglichkeit Community Schätze und Konvois zu entdecken, die nach einer bestimmten Zeit wieder verschwinden. Außerhalb des Animus kann man sich durch das Gebäude von Abstergo Entertainment bewegen und fremder Leute Computer hacken, um mehr über die Absichten von Abstergo herauszufinden.

Natürlich ist auch der in Assassin’s Creed: Brotherhood eingeführte online Mehrspielermodus wieder mit an Bord, in dem man sich mit Spielern aus der ganzen Welt in unterschiedlichsten Spielmodi messen kann. Neben verschiedenen Charakteren und Anpassungsmöglichkeiten findet sich mit dem Spiellabor ein völlig neuer Modus. Dieses erlaubt das Anpassen oder Erstellen von Spielmodi, um seinen ganz persönlichen Modus zu erstellen. Diesen kann man dann entweder mit seinen Freunden spielen oder öffentlich zur Verfügung stellen.

Grafisch hat sich Assassin’s Creed IV: Black Flag gegenüber seinem Vorgänger noch einmal steigern können. Vor allem die Umgebungen wissen zu gefallen und laden ein dort seinen nächsten Urlaub zu verbringen und an weißen Stränden zwischen Palmen am glasklaren Wasser zu liegen. Doch zeigt sich die Karibik mitunter auch von seiner schlechten Seite und überrascht mit düsteren Wolken und starken Seegang. Ebenfalls zu gefallen weiß die gute Lokalisierung und der dynamische Soundtrack, der die verschiedenen Spielsituationen passend untermalt.

Fazit

Assassin’s Creed IV: Black Flag ist eine überaus gut gelungene Fortsetzung der Serie und bringt einige nützliche Funktionen vergangener Teile wieder zurück. Besonders zu beeindrucken wissen die realistischen und wunderschönen Umgebungen, sowie die gut ausgearbeiteten Seeschlachten und das Gefühl des Piratenlebens. Wenig überzeugend ist jedoch die Gegenwarts-Erzählung, die wenig zum Spiel beiträgt. Alles in allem ist Assassin’s Creed IV: Black Flag ein sehr gelungenes Spiel, das für viele Stunden voller Spielspaß sorgt.

Pro

  • Wunderschöne Kulissen
  • Dynamischer Soundtrack
  • Viele Aufgaben
  • Ausgezeichnete Seeschlachten
  • Dynamisches Wettersystem
  • Umfangreicher Mehrspielermodus
  • Jagen und Plündern für Ressourcen
  • Gelungene Tauchgänge

Contra

  • Gegenwarts-Geschichte wenig überzeugend
  • Sehr viele bekannte Gameplay-Mechaniken
  • Kämpfe insgesamt zu leicht

9/10

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